Anlagen

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Gewinnung

Das Wasser wird derzeit aus drei Brunnen im Weihersgrund, einem Tal ca. 3 Kilometer nördlich von Bischbrunn und aus drei Brunnen im Wachengrund, einem ca.3,5 km langen Tal nordöstlich von Steinmark in Richtung Windheim, gefördert. Das oberirdische Einzugsgebiet der Brunnen hat hat eine Ausdehnung von etwa 7,8 Quadratkilometer. Dies entspricht einer Fläche von ca. 1.100 Fußballfeldern und muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert und überwacht werden. Die Förderleistung der Brunnen liegt im Normalbetrieb bei derzeit insgesamt 60 Liter pro Sekunde oder 210 Kubikmeter pro Stunde. Hierbei teilt sich die Förderleistung etwa 2/3 zu 1/3 auf die beiden Gewinnungsgebiete auf.

Qualität und Aufbereitung

Gewinnungsanlage Weihersgrund

Das Wasser wird aus einer Tiefe von  19 bis 24 Metern gefördert. Der in diesem Bereich anstehende Buntsandstein bewirkt, dass das Wasser einen hohen Anteil an freier Kohlensäure hat. In diesem Zusammenhang spricht man auch von "weichem Wasser" (0,7 bis 1,4 Grad deutscher Härte). Ohne weitere Behandlung würde dieses Wasser Materialien wie Beton und Metalle z.B. der Wasserbehälter und Verteilernetze zersetzen. Um dies zu verhindern wird das "Rohwasser" in der 1965 errichteten Aufbereitungsanlage im Weihersgrund, durch die Bindung der Kohlensäure mit natürlichem Kalk entsäuert und auf 4 Grad deutscher Härte eingestellt.

Gewinnungsanlage Wachengrund

Hier weist das aus einer Tiefe von ca. 55 Metern gewonnene Grundwasser, neben der bereits im Weihersgrund erwähnten Kohlensäure, einen weiteren grenzwertbeaufschlagten Inhaltsstoff auf: Arsen. Dieser geogenbedingte und im Buntsandstein häufig wiederzufindende Stoff wird über zusätzliche Adsorber unter Beaufschlagung von granuliertem Eisenhydroxid (GEH) vollständig entfernt, obgleich die derzeit gültige Trinwasserverordnung einen Grenzwert von 10 mg/l festgelegt hat. Da das Rohwasser hier bereits eine geringfügig höhere Härte aufweist, erfolgt die Entsäuerung rein physikalisch über einen Flachbettbelüfter.

Adsorber und Reinwasserpumpen
Adsorber und Reinwasserpumpen
 

Eine weitere Aufbereitung ist nicht notwendig, da das Wasser qualitativ sehr hochwertig ist und die gesetzlichen Grenzwerte weit unterschritten werden. So liegt beispielsweise der Nitratgehalt bei < 2,8 Milligramm pro Liter, einem Wert bei dem Mineralwasserhersteller werben, dass ihr Produkt "für die Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet" ist.

Die Qualität des Trinkwassers wird permanent und weitaus häufiger als gesetzlich vorgeschrieben von unabhängigen, zertifizierten Labors, auf Grundlage der Trinkwasserverordnung, auf zahlreiche Stoffe und Eigenschaften hin kontrolliert.

Versorgungsnetz

Von der Aufbereitungsanlage im Weihersgrund, die ca. auf 391 Metern liegt, kann fast das ganze Versorgungsgebiet mit annähernd 100 Quadratkilometern im freien Gefälle, also ohne Einsatz von Pumpen, erreicht werden. Aufgrund der geologischen Lage der Aufbereitungsanlage Wachengrund ist hierfür stets eine Zwischenförderung erforderlich. Zunächst fließt das Trinkwasser jedoch in so genannte Hochbehälter, die so groß sind, dass unter normalen Umständen aus ihnen der Wasserbedarf für ca. 24 bis 36 Stunden gedeckt werden kann. Notwendig ist diese Zwischenspeicherung aus mehreren Gründen:

  • Sicherstellung eines gleichmäßigen Wasserdrucks und Versorgungssicherheit im Störfall
  • Deckung des Spitzenverbrauches z.B. zur Mittagszeit
  • Versorgung auch bei Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten

Aufgrund der Lage der Höhenzüge bzw. Täler im Versorgungsgebiet ergibt sich ein nördlicher und ein südlicher Versorgungsbereich. Vom Hochbehälter Trauberg im Norden, welcher im Regelfall alleinig durch das Gewinnugsgebiet Wachengrund gespeist wird,  werden die Orte Glasofen, Marienbrunn, Marktheidenfeld, Hafenlohr, Windheim und Bergrothenfels versorgt.
Der südliche Bereich, gespeist von der Gewinnungsanlage Weihersgrund, wird über die Hochbehälter Eichholz, Michelrieth und Boxberg versorgt. Die Hochbehälter Michelrieth und Bischbrunn müssen über zusätzliche Pumpen befüllt werden, da dort aufgrund des Höhenunterschiedes kein freier Zulauf gegeben ist.

Steuerung und Wartung

Zwischen nördlichem und südlichem Bereich liegt das Maschinenhaus Steinmark, die technische Zentrale der Versorgungsanlagen. Von dort wird der Wasserzufluss in die einzelnen Hochbehälter gesteuert und überwacht. Zur Versorgung der Gemeindeteile Bischbrunn und Oberndorf über den Hochbehälter Bischbrunn muss das Trinkwasser aufgrund deren Höhenlage vom Maschinenhaus über Pumpen gefördert werden. Sollte es im südlichen Versorgungsbereich zu einem erhöhten Wasserbedarf kommen, kann die Zuflussmenge über entsprechende Pumpen erhöht werden. Selbst bei einem Stromausfall kann die Wasserversorgung durch ein Notstromaggregat aufrecht erhalten werden. Darüber hinaus sind in dem Maschinenhaus Aufenthalts- und Sozialräume für die Mitarbeiter, eine Werkstatt und ein Materiallager untergebracht.
Die Leitungen zur Verteilung des Trinkwassers in die einzelnen Gemeinden haben eine Gesamtlänge von ca. 60 Kilometer.

Es gibt insgesamt 7 Hochbehälter, 2 Maschinenhäuser, 1 Überhebepumpwerk, 1 Druckerhöhungsanlage und ca. 70 weitere technische Anlagen, wie z.B. Druckminderer, Kontroll- und Verteilerschächte, Entlüftungs- und Spülschächte die gewartet und ggf. repariert werden müssen, damit Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität in den Haushalten und Betrieben jederzeit zur Verfügung steht.

Maschinenhaus Steinmark
 
  • Stand vom: 22.07.16
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